die gattung aspidistra

aspidistra

schusterpalmen (aspidistra) sind ursprünglich in asien (china, indien, japan, thailand, vietnam) beheimatet und zählen zur unterfamilie nolinoideae innerhalb der spargelgewächse (asparagaceae)*. laut kew werden der gattung derzeit ca. 91 arten zugerechnet. einige davon, wie z. b. aspidistra elatior und aspidistra lurida, bilden aus ihren im boden wurzelnden rhizomen auf einem stil sitzende, elliptisch bis lanzettförmige blätter. andere wie z. b. aspidistra linearifolia jedoch könnte man in form und zeichnung eher mit denen von grünlilien vergleichen.

aspidistra omeiensis

aspidistra omeiensis

manche arten können eine höhe von bis zu einem meter erreichen. das grösste jemals entdeckte exemplar von aspidistra elatior wurde übrigens mit (angeblichen) 1,40 meter vermessen. ihre blüten sitzen meist direkt über dem boden und wirken sehr apart.

aspidistra patentiloba blüte

aspidistra patentiloba blüte

noch in den siebziger jahren des vergangenen jahrhunderts waren aus der gattung aspidistra lediglich die sieben arten aspidistra caespitosa, aspidistra elatior, aspidistra linearifolia, aspidistra lurida, aspidistra minutiflora und aspidistra typica bekannt. mittlerweile jedoch wurden etliche weitere entdeckt, sodass die gattung nun bereits über 80 arten umfasst. einige davon kommen endemisch (nur an einem ganz bestimmten standort) vor.

so richtig erforscht und katalogisiert scheint die gattung aspidistra noch nicht zu sein und vor allem bei der zuordnung der entsprechenden kulturformen besteht noch einige verwirrung. so wird z. b. die weiß gepunktete aspidistra elatior „milky way“ auch unter dem namen aspidistra lurida „ginga“ geführt. dabei scheint es sich jedoch um völlig unterschiedliche pflanzen zu handeln, wobei nicht sicher ist ob die als lurida „ginga“ bezeichnete auch wirklich eine lurida ist.

den namen schusterpalme (oder metzgerpalme) dürften sie wohl aspidistra elatior verdanken, die bereits im 19. jahrhundert ihren weg auf europäische blumenfenster fand. aufgrund ihrer geringen ansprüche an standort und licht kam sie bevorzugt in den dunkelsten ecken von schusterwerkstätten und metzgereien zum einsatz.

eine andere theorie besagt jedoch, der name schusterpalme stamme von der ähnlichkeit der blätter mit einem schuhlöffel.

ein grund, warum sich schusterpalmen nicht wirklich als zimmerpflanzen durchsetzen können, mag in ihrem langsamen wachstum liegen. sie bilden im frühjahr, je nach größe, die entsprechende anzahl blätter (bei kleineren exemplaren meist zwischen drei und sieben). je nach art erscheint dann im sommer oder herbst die blüte.

den maiglöckchen sehen sie nicht nur ähnlich, sie sind sogar mit ihnen verwandt. die gattung convallaria zählt nämlich auch zur nolinoideae.

* darin befinden sich die arten aus der mittlerweile aufgelösten familie der mäusedorngewächse (ruscaceae).

weitere spargelgewächse:

schusterpalme arten
kontakt